Beten

Im Beten verwirklicht sich unser Menschsein

schalk1a_1368.jpgP.Dr. Hans Schalk, Redemptorist


Das Leben habe ich nicht aus mir. Ich habe es von meinen Eltern; diese haben es von ihren Eltern. Sie sind aber nicht der Ursprung meines Lebens, eines Lebens als Mensch, der frei ist. Im Beten anerkenne ich den Urgrund meines Lebens, den, der mich in Freiheit leben läßt.

Beten ist nicht etwas, was zum Leben des Menschen hinzukommt. Es ist vielmehr eine Dimension seines Lebens. Ein alter Vergleich drückt es so aus: Beten ist wie das Atmen der Seele! Ohne Beten ist der Mensch nicht ganz, nicht heil, ja nicht voll er selbst.

Mahatma Gandhi sagte, das Gebet sei für die Seele wichtiger als die Nahrung für den Körper, denn der Körper könne fasten, die Seele nicht.

Im Beten öffnet sich der Mensch dem Größeren, dem Umfassenderen. Für die Christen ist dieser Größere: Gott. Im Beten wird das Leben transparent, durchsichtig auf Gott hin. Wir Menschen sind dialogische Wesen, zur Sprache fähig. Beten ist ein Sprechen mit Gott.

Beten hat mit dem Geheimnis unseres Lebens, mit dem Wesen des Menschen und mit Gott, zu tun. „Wir wissen nicht, worum wir in rechter Weise beten sollen; der Geist selber tritt jedoch für uns ein mit Seufzen, die wir nicht in Worte fassen können“ (Röm 8,26).

Im Beten kommen verschiedene menschliche Grundsitutationen zur Sprache

In der Anbetung wird sich der Mensch seines Ursprungs und des Ursprungs der Welt bewusst. Er anerkennt die Herkunft seiner selbst und der Welt. „Anbeten heißt unbedingt anerkennen“ (Hans Urs von Balthasar).

Ich sehe das Schöne und Gute und sage: „Schön! Gut!“ Ist der Adressat dieser Ausrufe Gott, sind solche Ausrufe Lobpreis. Im Dank nehme ich bewusst die Gaben wahr, die mir und uns gegeben sind. Ich nehme auch mich selber als gegeben wahr: ich verdanke mich Gott.

Ich komme in Not. Ich sehe die Not anderer. Ich verstehe vieles nicht. Da kommt mir die Klage über die Lippen. Ich klage vor Gott. Ja, es gibt Situationen, in denen ich auch Gott anklage: Er hat ja alles angefangen! Viele Psalmen sind Ausdrucks dieses Ringens des Menschen mit Gott.

Ich weiß mich begleitet und getragen von Gott. Und ich weiß mich bedürftig. So vertraue ich auf Gott und bitte ihn für das, was ich und was wir brauchen!

Beten und Gebet

Auf das Beten in den Gebeten kommt es an.

Es gibt viele Formen, in denen sich das Beten vollziehen kann: liturgisches Gebet, liturgischer Gesang, formulierte Gebete, Wiederholungsgebete, freie Gebete, das innere oder betrachtende Gebet. Diese Formen bilden den Raum für das Beten als Grundakt menschlicher Existenz

Ein Mann ohne Religion

Ein Mann, der keiner Religion angehörte, wurde gefragt: "Warum beten Sie?"
Er antwortete: "Wenn ich bete, bin ich nicht allein!"

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